Biogasanlage der Agrar-Energie-Gesellschaft in Hopsten

Es kann auch ein Blick ins Innere der Fermenter geworfen werden

Es kann auch ein Blick ins Innere der Fermenter geworfen werden

Warum in die Ferne schweifen? - Unterwegs auf dem Energiepfad im Tecklenburger Land

Kreis Steinfurt/Hopsten. Der „Goldene Tödde“ ist ein Wanderpokal, vergeben von der LEADER-Region Tecklenburger Land. Zuletzt ging diese Auszeichnung an das Projekt „Energiepfad“, das in 44 Stationen die Geschichte und Vielfalt regionaler Energiegewinnung aufzeigt. Im Herbst wird der Pokal weiterwandern – ein Anlass, vorher einige Stationen des Energiepfades näher vorzustellen. Heute geht es um die Biogasanlage der Agrar-Energie-Gesellschaft in Hopsten.Die Anlage an der Feldkampstraße 1 ist eine der größten im Kreis Steinfurt. Vier runde Fermenter sind in Betrieb. Besucher können jeden einzelnen besteigen. „Gefährlich ist das nicht“, sagt Geschäftsführer Heiner Lambrecht-Speller. Über festinstallierte Leitern geht es hoch auf die Betondachflächen. Oben sorgt ein Geländer für die notwendige Absicherung – interessant und eine schöne Aussicht zugleich.

Besucher können aber auch einen Blick ins Innere werfen „in den Gärraum oder wie Mais eingebracht wird“. Ein intensiver Geruch steigt einem hier in die Nase, es stinkt aber nicht wie in einem Stall. Bakterien zersetzen das Material in der Anlage. Dabei entsteht ein Gemisch aus Methan, Kohlendioxid und verschiedenen Schwefelverbindungen. „Natürlich darf hier wegen des explosiven Biogases nicht geraucht werden und Handys sind auch verboten“, erklärt Lambrecht-Speller die Sicherheitsbestimmungen.

2004 haben 23 Landwirte die Biogasanlage gebaut und im Dezember desselben Jahres in Betrieb genommen. Seither werden hier Silomais, Ganzpflanzensilage, Hähnchen-, Rinder und Schweinemist in Energie umgewandelt. Jahr für Jahr kommen so etwa 8 Millionen Kilowattstunden Strom zusammen. Außerdem liefert die Biogasanlage Wärme. Neben mittelständischen Unternehmen in der Nachbarschaft versorgt die Anlage auch rund 200 Haushalte. Jeder Landwirt der Agrar-Energie-Gesellschaft und 25 weitere aus dem Umkreis beliefern die Anlage. Die Gärreste bekommen die Landwirte zurück – als Dünger für ihre Böden.

Schon die erste Station der Energiepfad-Tour überzeugt: Die Biogasanlage in Hopsten ist ein gutes Beispiel für die regionale Wertschöpfung. Außerdem hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber Solar- oder Windanlagen: Sie ist unabhängig vom Wetter.

Wer auf dem Energiepfad die Biogasanlage der Agrar-Energie-Gesellschaft in Hopsten besichtigen möchte, muss sich vorher anmelden unter Telefon 05458/98116. Besichtigungen sind für Gruppen ab sechs bis maximal 15 Personen möglich.

Infokasten Energiepfad:
Der Energiepfad Tecklenburger Land umfasst 44 Stationen in elf Orten, die Interessierte je nach Belieben anfahren können. Hier werden sowohl die herkömmliche als auch die moderne Energieerzeugung und –nutzung gezeigt - angefangen bei historischen Mühlen über Stollen und Schächte im Bergbau bis hin zu Windparks, Biogas- oder Solaranlagen. Der Energiepfad ist ein Kooperationsprojekt der Städte und Gemeinden in der LEADER-Region Tecklenburger Land und wurde von der Gesellschaft für angepasste Technologien e.V. als Projektträger entwickelt.

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